In ganz Großbritannien und der EU wird die Sicherheit am Arbeitsplatz zunehmend kontrolliert.
Sicherheitsbeauftragte stehen unter zunehmendem Druck von Auftraggebern, Aufsichtsbehörden und Investoren, ein proaktives Risikomanagement nachzuweisen. ESG-(Umwelt, Soziales und Unternehmensführung)-Berichtsrahmen und Anforderungen an die Transparenz der Lieferkette machen die Sicherheitsleistung zu einem wichtigen Maßstab für die Corporate Governance. Im Rahmen dieses Wandels müssen wir von Compliance-orientierten Ansätzen zu vorausschauenden, datengestützten Strategien übergehen.
Gesetzliche Vorschriften im Vereinigten Königreich wie ISO 45001, das Gesetz über Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz von 1974 und EU-Richtlinien wie die Richtlinie 89/391/EWG über die Durchführung von Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Arbeitnehmer bei der Arbeit verlangen mehr als reine Compliance – sie erfordern ein proaktives Risikomanagement.
Viele Unternehmen ziehen weiterhin vor allem nachlaufende Indikatoren heran, wie die Unfallhäufigkeitsrate (AFR), die Arbeitsunfallquote (AIR), Unfälle mit Ausfallzeiten, schweren oder leichten Verletzungen und Mitteilungen von Regierungsbehörden. Während solche Kennzahlen nützlich sein können, um bereits Geschehenes zu dokumentieren, tragen sie kaum dazu bei, zukünftige Schäden zu verhindern oder vorherzusagen.
Für eine widerstandsfähige Sicherheitskultur müssen Unternehmen auch verschiedene Frühindikatoren nutzen. Dabei handelt es sich um proaktive Maßnahmen, die frühzeitig Warnsignale für potenzielle Gefahren liefern und so ein Eingreifen ermöglichen, bevor Schaden entsteht.
Die Umstellung ist nicht nur regulatorisch notwendig, sondern auch ein strategischer Vorteil, der die Sicherheit, die betriebliche Effizienz und die Resilienz des Unternehmens verbessert.
Warum nachlaufende Indikatoren nicht mehr ausreichen
Nachlaufende Indikatoren beziehen sich auf die Vergangenheit; sie zeigen auf, was schiefgelaufen ist, aber erst im Nachhinein. Obwohl sie für die Compliance-Berichterstattung nützlich sind, können mit ihrer Hilfe weder aufkommende Risiken vorhergesagt noch Unternehmen bei einem frühzeitigen Eingreifen unterstützt werden.
Durch diesen reaktiven Ansatz entstehen Unternehmen folgende Risiken:
- Regulatorische Sanktionen gemäß Rahmenwerken wie dem Gesetz über Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz von 1974, den Vorschriften zum Management von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz von 1999 und EU-Richtlinien wie der Richtlinie 89/391/EWG.
- Reputationsschaden, der sich auf das Vertrauen der Auftraggeber und auf Vertragsverlängerungen auswirken kann.
- Menschliche Schicksale mit Folgen, die über finanzielle Aspekte hinausgehen.
Im Vereinigten Königreich verursachen Arbeitsunfälle und krankheitsbedingte Fehlzeiten jährlich Kosten in Höhe von schätzungsweise 21,6 Milliarden GBP, während die Kosten in der gesamten EU 476 Milliarden EUR übersteigen. Die Zahl der tödlichen Unfälle in kleinen Unternehmen ist nach wie vor etwa doppelt so hoch wie in größeren Unternehmen, was die Notwendigkeit einer proaktiven Aufsicht unterstreicht.
Die Zahlen verdeutlichen eine entscheidende Tatsache: Wer sich ausschließlich auf nachlaufende Indikatoren verlässt, handelt zu spät. Wenn AFR- oder AIR-Trends ein Problem aufzeigen, ist der Schaden bereits eingetreten – oft mit schwerwiegenden finanziellen, rechtlichen und menschlichen Folgen.
Trotz jahrzehntelanger Fortschritte bei der Reduzierung von Arbeitsunfällen stagniert die Entwicklung in vielen Branchen. Traditionelle Kennzahlen wie AFR und AIR zeigen zwar eine schrittweise Verbesserung, aber es gibt weiterhin schwere Verletzungen und Todesfälle. Diese Stagnation deutet darauf hin, dass Compliance-orientierte Ansätze nicht mehr ausreichen, um die Sicherheit wesentlich zu verbessern.
Im modernen Sicherheitsdenken sind Unfälle selten auf einen einzigen Fehler zurückzuführen. Vielmehr sind sie das Ergebnis tiefgreifender systemischer Schwächen innerhalb eines Unternehmens. Das einflussreiche Modell von Professor James Reason zu Unfällen in Unternehmen unterscheidet zwischen aktiven Fehlern – den unmittelbaren nicht sicheren Handlungen bei der Geschäftstätigkeit – und latenten Bedingungen wie mangelhafter Konzeption, unzureichender Schulung, ineffektiven Verfahren, schwacher Überwachung oder kulturellen Mängeln.
Latente Bedingungen bleiben häufig unentdeckt, bis ein aktiver Fehler passiert und es so zu einem Vorfall kommt. Das Konzept wird durch das bekannte Schweizer-Käse-Modell veranschaulicht, bei dem sich Löcher in mehreren Verteidigungslinien aneinanderreihen, sodass Gefahren durchschlüpfen können.
Die Schlussfolgerung für Sicherheitsbeauftragte ist eindeutig: Es ist nicht zielführend, sich allein auf menschliches Versagen oder rückblickende Kennzahlen wie AFR und AIR zu konzentrieren. Für echte Verbesserungen müssen die systemischen Faktoren aufgedeckt und angegangen werden, bevor sie zu einem schwerwiegenden Ereignis führen.
Diese veränderte Perspektive unterstreicht den Wert von Vorlaufindikatoren, die Frühwarnsignale liefern und proaktive Maßnahmen ermöglichen, anstatt reaktiv Schuld zuzuweisen, nachdem bereits Schaden entstanden ist.
Was sind Vorlaufindikatoren?
Vorlaufindikatoren sind proaktive, prädiktive Messgrößen, die potenzielle Gefahren signalisieren, bevor sie Schaden anrichten. Bei Vorlaufindikatoren geht es nicht nur um Vorhersagen; sie spiegeln Verhaltensweisen, Prozesse und Bedingungen wider, die sich auf die Sicherheit auswirken.
Beispiele:
- Melderate von Beinaheunfällen: Durch die Erfassung von Beinaheunfällen lassen sich Muster erkennen, bevor sie zu Verletzungen führen.
- Abgeschlossene Sicherheitsbeobachtungen und -audits: Regelmäßige Kontrollen decken Lücken in der Compliance und Schulung auf.
- Abgeschlossene Schulungen und Kompetenzbewertungen: Sie stellen sicher, dass die Beschäftigten über die erforderlichen Fähigkeiten verfügen, um ihre Aufgaben sicher auszuführen.
- Pläne zur vorbeugenden Wartung: Sie reduzieren gerätebezogene Risiken, bevor es zu Ausfällen kommt.
- Einbindung der Beschäftigten in Sicherheitsprogramme: Eine hohe Beteiligung signalisiert eine ausgeprägte Sicherheitskultur.
Indem sie diese Kennzahlen verfolgen, können Unternehmen Muster erkennen, Risiken antizipieren und Korrekturmaßnahmen ergreifen, bevor es zu Zwischenfällen kommt.
Wie sich Vorlaufindikatoren geschäftlich bezahlt machen
Vorlaufindikatoren wie Meldungen zu Beinaheunfällen, Abschlussquoten von Audits und die Compliance hinsichtlich Schulungen bieten prädiktive Erkenntnisse. So können Unternehmen bestimmte Muster erkennen, Gefahren vorhersehen und eingreifen, bevor es zu Vorfällen kommt. Diese proaktive Haltung entspricht den regulatorischen Anforderungen in den Bereichen Risikobewertung und Präventivmaßnahmen.
Daher bieten Vorlaufindikatoren messbare Vorteile:
1. Stärkere Sicherheitskultur
Vorlaufindikatoren fördern das Engagement, da alle Mitarbeitenden für Sicherheit verantwortlich sind. Beispielsweise ermutigt ein Programm zur Meldung von Beinaheunfällen die Beschäftigten, ihre Beobachtungen ohne Angst vor Schuldzuweisungen mitzuteilen.
Solch ein proaktiver Ansatz fördert Vertrauen und Transparenz und schafft eine Kultur, in der Gefahren angegangen werden, bevor Schäden entstehen. Unternehmen, die Beinaheunfälle aktiv erfassen, verzeichnen häufig einen messbaren Anstieg der Mitarbeiterbeteiligung und des Sicherheitsbewusstseins.
2. Verringerung der Anzahl der Vorfälle und Kostensenkung
Proaktive Maßnahmen wie die Meldung von Beinaheunfällen und eine kontinuierliche Überwachung können zu einer erheblichen Verringerung von AFR, AIR und Todesfällen führen. Weniger Vorfälle bedeuten auch geringere Kosten, da seltener Entschädigungsansprüche geltend gemacht werden, die Ausfallzeiten sinken und die Produktivität steigt.
3. Compliance und regulatorische Bereitschaft
Die Aufsichtsbehörden erwarten zunehmend, dass Unternehmen ein proaktives Risikomanagement nachweisen.
- VEREINIGTES KÖNIGREICH: Die HSE-Leitlinien zur proaktiven Überwachung entsprechen den Anforderungen der ISO 45001 hinsichtlich kontinuierlicher Verbesserung und Mitarbeiterbeteiligung.
- EU: In der Richtlinie 89/391/EWG und den damit verbundenen Richtlinien werden vorbeugende Maßnahmen und die Risikobewertung als zentrale Verpflichtungen hervorgehoben.
Unternehmen, die Vorlaufindikatoren einsetzen, erfüllen nicht nur die Compliance-Anforderungen, sondern positionieren sich auch als Branchenführer hinsichtlich Safety Governance.
4. Betriebliche Effizienz und Resilienz
Dank Vorlaufindikatoren können Unternehmen handeln, bevor Risiken eskalieren – und so kostspielige Störungen reduzieren. Mithilfe von prädiktiven Erkenntnissen lassen sich Ressourcen priorisieren, Audits optimieren und die Kontinuität an Arbeitsstätten mit mehreren Arbeitgebern gewährleisten.
Argumente für Veränderungen
Vorlaufindikatoren sind mehr als eine Formalität, sie machen Sicherheit zu einem strategischen Vorteil und nicht nur zu einer Verpflichtung.
Unternehmen, die diesen Wandel annehmen:
- Bauen Vertrauen und Engagement in ihrer Belegschaft auf
- Reduzieren die Anzahl der schweren Verletzungen und Todesfälle
- Gewährleisten die Compliance mit den sich ständig weiterentwickelnden Vorschriften in Großbritannien und der EU
- Steigern die betriebliche Effizienz und sparen Kosten
Anstatt fragmentierte Sicherheitsprozesse manuell zu verwalten, können Unternehmen ihre Sicherheitsprogramme mit Avetta zentralisieren, die Überwachung der Compliance automatisieren und ihre Lieferanten und Standorte in Echtzeit überblicken.
Dieser Ansatz reduziert den Verwaltungsaufwand, setzt interne Ressourcen frei, senkt die Kosten und verbessert gleichzeitig die Sicherheitsergebnisse und die regulatorische Bereitschaft.
Beispielsweise konnten Unternehmen gegenüber manuellen Prozessen, die Verwaltungsaufwand, Schulungen, Datenüberprüfung und Auftragnehmersupport umfassen, Einsparungen von bis zu 92.081 GBP (105.929 EUR) pro Jahr (Kostensenkung von 79,95 %) erzielen.
Entscheidend ist, dass Avetta-Nutzer:innen in Großbritannien und der EU mit Echtzeitüberwachung eine um 64 % niedrigere Todesrate bei konformen Lieferanten verzeichnen.
Durch die Digitalisierung von Qualifizierung, Überwachung und Berichterstattung können Unternehmen von reaktiver Aufsicht zu proaktivem Risikomanagement übergehen und so hohe Resilienz und Effizienz gewährleisten.
Wie Sicherheitsbeauftragte mit Vorlaufindikatoren beginnen können
Der Übergang von reaktiver zu proaktiver Sicherheit erfolgt nicht von heute auf morgen. Hier sind vier praktische Schritte für den Anfang:
- Aktuelle Kennzahlen auditieren und Lücken identifizieren: Überprüfen Sie die bestehenden KPIs und ermitteln Sie, wo nachlaufende Indikatoren vorherrschen. Zeigen Sie Bereiche auf, in denen prädiktive Erkenntnisse einen Mehrwert schaffen könnten.
- KPIs für proaktive Maßnahmen festlegen: Definieren Sie Ziele für Vorlaufindikatoren wie die Melderate von Beinaheunfällen, den Abschluss von Audits und die Compliance hinsichtlich Schulungen.
- Integrieren Sie Technologie für die Echtzeitüberwachung: Nutzen Sie eine Plattform wie Avetta, um Sicherheitsdaten zu zentralisieren, Compliance-Prüfungen zu automatisieren und Dashboards für eine schnelle Entscheidungsfindung bereitzustellen.
- Schulen Sie Ihre Teams im Hinblick auf Berichterstattung und Engagement: Informieren Sie die Beschäftigten über die Bedeutung einer proaktiven Berichterstattung und schaffen Sie eine Kultur, die nicht auf Schuldzuweisungen basiert und zur Beteiligung ermutigt.
Handeln Sie vorausschauend, nicht reaktiv
Die Zukunft der Sicherheitsleistung liegt in der Vorhersage, nicht in der Reaktion. Mithilfe von Vorlaufindikatoren können Unternehmen im Vereinigten Königreich und in der EU über die reine Compliance hinausgehen, sicherere Arbeitsplätze schaffen und messbare geschäftliche Erfolge erzielen. Das ist nicht nur gute Praxis, sondern auch gut fürs Geschäft.
Ein veraltetes Lieferantenmanagement beeinträchtigt die Rentabilität und erhöht das Risiko. Avetta erleichtert den Übergang zu einer proaktiven Risikoüberwachung. Mit uns können Unternehmen und Lieferanten sorgenfrei arbeiten. Dafür zentralisieren wir Sicherheitsprogramme, automatisieren die Compliance und bieten Erkenntnisse in Echtzeit. Wenn alle Partner aufeinander abgestimmt und gut vorbereitet sind, wird Bereitschaft zu Ihrem Vorteil.
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Avetta ist ein SaaS-Softwareunternehmen, das Lösungen für das Risikomanagement in der Lieferkette anbietet. Mehr als 130.000 Lieferanten in über 120 Ländern vertrauen auf die Plattform für die Auftragnehmerverwaltung von Avetta. Auf Avetta.com erfahren Sie, wie Unternehmen mit unseren Lösungen ihre Risiken reduzieren und sicher arbeiten können.
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