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Moderne Sklaverei in Kanada und ihre Auswirkungen auf die globale Lieferkette

By Avetta Marketing
February 17, 2021
4 minutes
Die moderne Sklaverei stellt eine große Bedrohung für die Menschheit und die globale Lieferkette dar

 

Die unter dem Sammelbegriff moderne Sklaverei zusammengefassten ausbeuterischen Praktiken und Verhältnisse stellen eine erhebliche Bedrohung sowohl für die Menschheit als auch für die globale Lieferkette dar. Kanada ergreift nun neue Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Bedrohung. Im Februar 2020 fällte der Oberste Gerichtshof des Landes ein Urteil im Fall Nevsun Resources, das als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Beendigung der modernen Sklaverei in Kanada gewertet wird.

Laut dem Global Slavery Index waren 2016 rund 17.000 Menschen in Kanada von Formen der modernen Sklaverei betroffen, insbesondere:

  • Erzwungene sexuelle Ausbeutung von Erwachsenen und Kindern
  • Zwangsarbeit
  • Zwangsheirat

Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, die Klage gegen Nevsun Resources wegen Zwangsarbeit in Eritrea vor kanadischen Gerichten zuzulassen, ist als wichtiger Meilenstein im Kampf des Landes gegen Praktiken der modernen Sklaverei zu begrüßen. Indes blickt das Land auf eine lange Tradition wirkungsloser Rechtsvorschriften zurück, in der dieses Urteil eine erfreuliche Ausnahme darstellt. Der Oberste Gerichtshof hat damit den Weg geebnet für Klagen gegen kanadische Unternehmen vor einheimischen Gerichten wegen im Ausland begangener Menschenrechtsverletzungen. Zuvor unterstanden entsprechende Fälle der Zuständigkeit ausländischer Gerichte.

Dieses Urteil erfolgt zum richtigen Zeitpunkt, wird doch seitens der Verbraucher zunehmend die Forderung nach mehr Transparenz bei kanadischen Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen ins Ausland laut. Eine noch stärkere Wirkung ist von einem weiteren Meilenstein in der jüngeren Geschichte des Landes zu erwarten: der Vorlage eines Gesetzentwurfs gegen moderne Sklaverei (Senate Bill S-211; nach Verabschiedung: Modern Slavery Act).

Bestimmungen und Geltungsbereich des kanadischen Modern Slavery Act

Der Gesetzentwurf umfasst sowohl Kinderarbeit als auch Zwangsarbeit. Als Kinderarbeit im Sinne des Gesetzentwurfs wird Arbeit definiert, die von Personen unter 18 Jahren geleistet wird. Als Zwangsarbeit wird Arbeit definiert, die unter Umständen erbracht wird, die die Sicherheit der betroffenen Person gefährdet. In einem Zusatzartikel wird die Einfuhr von Waren untersagt, die unter Bedingungen der Zwangs- oder Kinderarbeit produziert werden.

Das Gesetz soll für alle Unternehmen gelten, die eine oder mehrere der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Geschäftssitz oder Vermögenswerte in Kanada bzw. eine Mehrheitsbeteiligung an einem entsprechenden Unternehmen
  • Jahresumsatz in Höhe von mindestens 40 Mio. CAD
  • Einfuhr von Waren nach Kanada
  • Notierung an der kanadischen Börse
  • Unternehmensvermögen in Höhe von mindestens 20 Mio. CAD
  • Fertigung oder Vertrieb von Waren in Kanada

Zum Nachweis ihrer Konformität mit dem geplanten Gesetz sind die betroffenen Unternehmen künftig zur Berichterstattung gegenüber den kanadischen Bundesbehörden verpflichtet. Insbesondere muss aus dem Bericht eindeutig hervorgehen, welche Maßnahmen das Unternehmen zur Reduzierung bzw. Bekämpfung des Risikos von moderner Sklaverei in seinen Betriebsabläufen und Lieferketten unternimmt. Die Nichtabgabe des Berichts kann mit Geldstrafen von bis zu 250.000 CAD geahndet werden.

Wie können Unternehmen einen Beitrag zur Bekämpfung der modernen Sklaverei in Kanada leisten?

  1. Bewertung der Risiken, die mit Zwangsarbeit verbunden sind: Zur Implementierung effektiver Risikobewertungsprogramme sollten Unternehmen verschiedene kritische Risikobereiche identifizieren, entsprechend planen und eine robuste Lieferkettenstrategie entwickeln.
  2. Überprüfung ausländischer Lieferanten: Unternehmen sollten die ethischen und menschenrechtlichen Praktiken ihrer Lieferanten im Rahmen eines Audits überprüfen, das Arbeitsschutz, Verletzungsquoten und arbeitsbedingte Krankheitsfälle umfasst.
  3. Vorqualifizierung von Auftragnehmern: Einführung eines umfassenden Systems zur Vorqualifizierung von Lieferanten und Auftragnehmern.

Als Mitglied des Global Compact der Vereinten Nationen  bekennt sich Avetta zu den zehn Prinzipien in den Bereichen Arbeitsnormen, Menschenrechte, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung. Die Lösungen von Avetta für das Risikomanagement in der Lieferkette unterstützen Unternehmen durch Bereitstellung detaillierter Datenanalysen mit Schwerpunkt auf ethischen und transparenten Geschäftspraktiken und tragen damit zur Eliminierung moderner Sklaverei in den Lieferketten sowie zur Schaffung gesünderer Bedingungen am Arbeitsplatz bei.

Weitere Informationen zum Risikomanagement-Service von Avetta erhalten Sie telefonisch unter 844-633-3801 oder per E-Mail an [email protected].

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